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Seit der Unabhängigkeit Belgiens werden die Könige bei offiziellen Umzügen von einer Königlichen Pferdeeskorte begleitet. Diese prestigeträchtige Aufgabe gebührt den Reitern und Pferden der Allgemeinen Reserve der föderalen Polizei.
Die 132 Reiter der Königlichen Eskorte sind alle mit belgischen Pferden im Einsatz.
Zusammensetzung der Eskorte
Die Spitze
Drei Polizeihauptinspektoren bilden mit ihren Pferden die Spitze und führen den Zug an.
Horizontal gehaltene Lanzen bedeuten, dass der König anwesend ist.
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| Das Korps der Trompeter und Paukenschläger
Hinter der Spitze reitet das Korps der Trompeter und Paukenschläger, die die Ankunft des Königs mit Trompetensignalen verkünden. Die vierzehn "Musiker zu Pferd" schöpfen aus einem sehr breiten Musikrepertoire. Sie reiten auf Apfelschimmel, mit Ausnahme des Paukenschlägers, der einen Schecken reitet.
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| Die erste Schwadron
Die anschließende erste Schwadron besteht aus zwei Trupps und wird von einem Schwadronschef angeführt.
Der Fahnenträger
Der Fahnenträger, ein Offizier, reitet unmittelbar vor dem Fahrzeug des Königs. An beiden Flanken begleitet ihn die Garde.
Der Kommandant der Eskorte
Der Kommandant der Königlichen Eskorte – ein Polizeihauptkommissar – reitet an der rechten Seite des Königlichen Wagens und zwar auf Höhe der Fahrzeugtüren. Ihm folgen zwei Polizeihauptinspektoren, ein Fahnenträger und ein Stafette. Der Kommandant der Eskorte kann auf diese Weise direkte Befehle des Königs entgegennehmen und diese an die Stafette weitergeben, die anschließend die betreffenden Offiziere informiert. Der unmittelbare Schutz des Königs gehört ebenfalls zu den Aufgaben des Kommandanten.
Die zweite Schwadron
Der Königliche Wagen wird gefolgt von der zweiten Schwadron, die sich wiederum aus zwei Trupps zusammensetzt und von einem Schwadronschef angeführt wird.
Die Nachhut
Den Abschluss der Eskorte bilden drei Polizeihauptinspektoren zu Pferd.
Sie halten ihre Lanze immer senkrecht.
Uniform |
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Der Modezeichner James Thiriar erhielt in 1938 den Auftrag, eine neue Uniform für die Reiter der unlängst ins Leben gerufenen Königlichen Eskorte zu entwerfen. Er ließ sich dabei von der Galauniform der Gendarmerie aus dem Jahre 1914 inspirieren.
Die Prunkuniform, deren Entwurf der König am 20. Mai 1939 billigte, wurde auch sogleich von der Bevölkerung gutgeheißen. Damals lösten die Bärenfellmützen Staunen und Begeisterung aus. |
Bärenfellmützen
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Auch heute tragen die Reiter der Königlichen Eskorte die gleiche Uniform wie damals sowie die schwarze Bärenfellmütze mit einer vergoldeten Königlichen Krone an der Vorderseite. Für die Reiter ist es eine Ehre, die Bärenfellmütze tragen zu dürfen, da sie schon immer das Zeichen der Elitetruppen war. Tatsächlich erhielt in 1801 die Gendarmerie (damals bildete sie die konsularische Garde) das Privileg, die Bärenfellmütze tragen zu dürfen, die die französischen Elitereiter seit 1792 tragen. Auch heute werden die Bärenfellmützen nach altem Vorbild gefertigt und zwar original aus Bärenhaut. Unterscheiden tut sich die belgische Bärenfellmütze von der englischen durch ihre Form. |
Vorzugsbehandlung
Die Pferde werden vor jedem Einsatz sorgfältig gepflegt. Sie werden gestriegelt und nötigenfalls mit Wasser und Seife abgerieben. Die Hufe werden mit schwarzer Schuhcreme eingerieben und ein Schachbrettmuster wird mit Hilfe von Kamm und Seife auf dem Kreuz des Pferdes abgebildet.
Schecke
Der Schecke des Paukenschlägers ist eine acht Jahre alte Stute. Sie ist erst seit einem Jahr bei der Königlichen Eskorte und hieß "Agena". Es ist jedoch Tradition, dass das Pferd des Paukenschlägers der Eskorte einen musikalisch klingenden Namen trägt, weshalb Agena umgetauft und den neuen Namen Presto erhielt.
Presto ist eine ruhige und robuste Stute mit einer besonderen Eigenschaft: sie frisst auf drei Beinen, auch wenn man ihr nur ein Stück Zucker anbietet.
Die Kavallerie der föderalen Polizei
Die 132 Reiter der Königlichen Eskorte nehmen auch andere Aufgaben wahr. Die föderale Polizei setzt ihre Reiter auch für die Sonderunterstützung ein zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung, natürlich ohne Uniform (beispielsweise bei Demonstrationen, zur Fanbegleitung, etc.). Ferner haben die lokalen Behörden und Polizeidienste die Möglichkeit, die Unterstützung der Reiter bei lokalen Ereignissen zu beantragen. Die Aufträge sind vielfältig und gehen von Einsätzen zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung bis hin zu Einsätzen der Pferde in den Städten, Wäldern oder an der Küste, sind vorwiegend vorbeugender Art und sollen abschrecken.
Die föderale Polizei besitzt zurzeit 180 Pferde, die 132 Pferde der Königlichen Eskorte einbegriffen. Die Reiter sind ferner mit anderen polizeilichen Aufträgen beauftragt, bsp. Ordnungsdienste (Fußstreifen), der Gefangenentransfer und die Überwachung von ‚Brennpunkten’.

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